Das Leben ist wie ein Fisch an der Wand

Fisch an der Wand (9)

von Sven Stäcker

nach Gedichten von Raizel Zychlinski

Raizel Zychlinski (geb. 1910) ist eine nicht wegzudenkende Dichterin der jiddischen Literatur des 20. Jahrhunderts.

Fisch an der WandIm polnischen Gombin wuchs sie auf. Russland, Frankreich und New York wurden aufwühlende Stationen ihres bewegten Lebens.

2001 verstarb sie in Kalifornien. Herbstliche nackte Blätter am braunen Zweige, Hunde mit blauen Augen und der Kinder beraubte Katzen, dies sind einige Fabelbilder des riesigen poetischen Schatzes.

Mit scheinbar harmlosen Zeilen beschrieb sie das Grauen der damaligen Zeit. Ihre vertonten Gedichte kann man beim Duo Schmarowotsnik bekommen. (www.schmarowotsnik.de)

Die beiden Musiker vom Duo Schmarowotsnik, Christine von Bülow und Martin Quetsche, entwickelten und suchten die Melodien des Stückes. In den Aufführungen sitzen sie links und rechts der jeweiligen Bühnen und geben dem Stück das notwendige Salz. Der Tod liebt seine Arbeit, er kann auch nichts anderes.

Wenn das Leben von Menschen abgelaufen ist, wenn es wirklich kein Weiter gibt, wenn das Sterben die Erlösung ist, dann holt der Tod die Menschen gern zu sich. Immer wieder gibt es Zeiten, die unerhört grausam waren und sind.

In allen Jahrhunderten gibt es sogenannte „MENSCHEN“, die Menschen töten. Dann Fisch an der Wand (4)muss der Tod eine Arbeit machen, die ihm keinen Spaß mehr macht. Er muss Menschen abholen, die noch gar nicht dran sind! So auch bei den verruchten Nazis und Konsorten.

Der Tod musste ein kleines Mädchen aus Theresienstadt abholen, nur weil es eine winzig kleine Zwiebel einsteckte. Einen Schauspieler musste er von der Bühne zerren und ihn in den Zug nach AUSCHwitz (der kürzeste jüdische Witz) werfen.

Im Licht der grellen Scheinwerfern dachte der Schauspieler, er wäre beim Film. Es gab es einen Schuster, den der Tod mitnehmen muss, wenn der Schuster den letzten Nagel in den letzten Schuh schlägt.

Eine alte Frau suchte ihre Enkelin, weil sie eine Puppe mit himmelblauen Augen für sie kaufte. Doch die Enkelin war bereits fort…. Der Tod schaffte es einfach nicht mehr und die Schicksale der Menschen machten ihm die allergrößten Schmerzen.Er erzählte ihnen jiddische Witze, damit die Menschen ihm „lachend“ in die Arme fielen.

Der Tod konnte NICHTS aber auch gar nichts verhindern!

  • Aufbau: 90 Minuten
  • Spieldauer: 100 Minuten (mit Pause)
  • Abbau: 45 Minuten
  • Spielfläche: rund 4 x 4 Meter
  • Zuschaueralter: 16 Jahre bis 200 Jahre und mehr

Eine kurze Einführung in das Stück gibt Ihnen gerne unser Herr Paul in folgendem Video:

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